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Val de Loire – Tal der Schlösser

Im Jahre 2000 wurde das Ensemble der Schlösser der Loire von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben. Von Chalonnes-sur-Loire bis nach Sully-sur-Loire reiht sich Schloss an Schloss. Eines prunkvoller und verspielter als das andere. Die Loire selbst ist der größte zum Atlantik fließende Fluss Frankreichs. Im Zuge des hundertjährigen Krieges bildete die Loire die Grenze zwischen dem französisch kontrollierten Teil und dem englisch kontrollierten Teil Frankreichs. Deswegen wurde zu dieser Zeit der Bau und Ausbau von Festungsanlagen und Burgen vorangetrieben. Viele dieser Befestigungen dienten dann später nach Beendigung des Konflikts als Basis und Fundament für die prunkvollen Renaissanceschlösser.

Aufgrund der landschaftlichen Schönheit lies sich im späten 15. bis 16. Jahrhundert der Adel dort nieder. Das Loiretal wurde daraufhin für kurze Zeit zum politischen Zentrum der Franzosen. Mehrere Könige residierten in ihren Prunkschlössern an der Loire, wodurch Paris für kurze Zeit sogar zur "Provinz" verkam. Aber schon ab Mitte des 16. Jahrhunderts übersiedelte der Hochadel zurück nach Paris und das Loiretal verlor seine poltische und kulturelle Bedeutung. Die aufwändigen Anwesen wurden aber nicht vollständig verlassen, sondern dienten weiterhin als Sommerresidenzen oder Jagdschlösser. So kam es, dass sich unzählige Baustile von der Renaissance über den Barock bis zum Klassizismus in den Gebäuden wiederfinden lassen. 

Die wichtigsten und bekanntesten Bauwerke des Loiretals sind wohl die Schlösser Amboise, Blois, Chambord (Bild 1) und Chenonceau (Bild 2). Amboise gilt als die "Wiege der Renaissance". Ende des 15. Jahrhunderts lies König Karl VIII. die bestehende Festung im Renaissancestil umbauen. Nur wenig später verstarb er allerdings, weil er sich den Kopf zu heftig an einem Türdurchbruch gestossen hatte. Chambord mit seinen 440 Zimmer und 400 Kaminen gilt als Vorläufer von Versailles.

1800 Handwerken errichteten dieses prunkvolle Jagdschloss für König Franz I. Schloss Chenonceau hingegen beeindruckt durch seine Bauweise. Es wurde auf den Fundamenten einer Mühle über eine mehrbögige Brücke auf dem Wasser erbaut und war einst ein Geschenk des Königs Heinrich II. an seine Geliebte. Eine Name der überraschenderweise im Loiretal immer wieder zu finden ist, ist jener von Erfinder, Maler und Bildhauer Leonardo da Vinci. Er verbrachte die letzten 3 Jahre seines Lebes in einem Herrenhaus nahe des Schloss Amboise und zeichnete sich für wahscheinlich auch für den Bau der aussergewöhnlichen Wendeltreppe im Schloss Chambord verantwortlich.

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